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Freitag, 29. März 2013

im Reich der Maya

Der Nebel schwebt tief; und die Nacht weicht dem Morgengrauen, als fremdartige Rufe durch den Dschungel hallen. Laut und geheimnisvoll trägt die feuchte Luft das Echo der Brüllaffen, welche wie Geister die uralten Tempel inmitten des Regenwaldes bewachen. Ich lausche dem Geschehen, als immer mehr Tiere in den Baumkronen das erste Licht des Tages begrüßen. Es ist 5 Uhr in der früh; ich habe mit einer Gruppe von Abenteurern Tempel Nr. 4 erklommen und blicke nun nach Osten auf die Ruinen der Mayastadt Tikal. Nicht mehr lang, dann wird die Sonne aufgehen. Ein Tukan und 3 Papageien gesellen sich zu uns und rufen Ihresgleichen von der Spitze eines toten Baumes. Die Atmosphäre ist unbeschreiblich. Es ist so still und voller Stimmen zugleich. Die vergessenen Gemäuer der Urwaldindianer, ein magischer Ort…
 


Doch die Reise ins Reich der Maya begann bereits in Mexico, mit einem weiteren der 7 neuen Weltwunder, Chichen Itza. Eine Pyramide die ein Kalender ist und eigentlich nur von einem astrophysischen Mathematik-Genie erbaut worden sein kann. Clevere Kerlchen die guten Maya, sogar eine Art Basketball Spiel hatten sie schon weit vor uns erfunden, mit Korb und Ball und allem drum und dran. Wen wundert es da noch Steinmeißel-Bildchen von bedeutenden Herrschern mit Headset im Gesicht zu finden. Vielleicht sind wir hinterher statt voraus, wer weiß das schon.








In Sachen Kunst hat Mexico bis heut die Nase vorn. Es ist surreal und eigen, erschreckend und schön. Ich habe ein Haus besucht, das einem Museum gleicht. Das stetig wiederkehrende Thema in der nationalen Galerie der abstrakten Kunst sind Skelette. Egal ob Bilder mit lächelnden, mürrischen oder traurigen Skeletten und gekleidet wie Unsereins, oder alte Statuen in eleganter Pose mit Skelettiertem Hund an der Leine, der Tod ist überall gegenwärtig und wird als Teil des Glaubens ins alltägliche Leben mit eingebunden. Wohin ich auch Blickte, irgendwo zwinkerte ein Totenkopf mir entgegen.



Nach Chichen Itza kam Uxmal mit seiner nächtlichen Lichtershow und den wohl ältesten Pyramiden, die ich hier gesehen habe. Und von den trockenen Böden im Norden reiste ich anschließend in die saftigen Wälder in den Süden nach Palenque, ihre Majestät. Und jedes Mal erklomm ich Tempel nach Tempel, bis ich über das weite Land blicken konnte. Das ist im Übrigen etwas, dass die Inka mit den Maya gemeinsam haben: die Vorliebe für Treppen. Vor allem wichtige Tempel müssen mindestens 60-70 Meter Treppen mit einem Winkel von mind. 80° besitzen, bis man die Eingangspforte erreicht. Die Touristen sollen schließlich etwas von ihrem Geld haben. Ja, der Sarkasmus spricht aus mir, ich hasse Treppen, vor allem bei 35 Grad im Schatten und 99% Luftfeuchte, Oy!


Es war dennoch sehr interessant, vor allem die Schriftzeichen an den Wänden haben es mir angetan. Bildchen statt Buchstaben, das hätte ich auch gern. Die Maya haben, nur so zur Information, ca. aller 300 Jahre renoviert. Das bröckelige Korallengestein, hat der Natur nicht viel entgegen zu setzen. Darum wird auch nix mit neu Verputzen der Außenwände oder verfallene Treppen ausbessern. Besser! Die alte Stadt wurde eingebuddelt und oben oder einige Meter daneben, einfach die neue Stadt drauf gebaut. So sieht man bei der Besichtigung einer Stätte oft Hügel wo die Tempel errichtet sind und gräbt man in die Tiefe, findet man die Dächer noch älterer Gemäuer. In Uxmal gab es somit die gleiche Stadt 3-mal.


Auch inmitten vom Dschungel beim Passieren der Grenze zu Guatemala gab es Ruinen. Kaum bekannt, geben sie nur wenigen Neugierigen ihre Geheimnisse Preis. Waldmalereinen, so bunt und detailiert, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass Diese noch lange der Öffentlichkeit zugänglich sind. Man sieht Kampfszenen, Gefangennahme durch die Azteken und heilige Rituale. Die Art wie die Figuren dargestellt sind, erinnert ein wenig an Ägypten. Und genauso wie dort sind auch hier die Gesichter der Herrscher unkenntlich gemacht.


Und interessante Dinge habe ich über die guten Maya gelernt. Zum Beispiel, dass die oberste Klasse nicht nur daran zu erkennen war, dass der Schädel künstlich nach Hinten verlängert wurde, sondern, dass auch das Nasenbein zusammengedrückt wurde, damit ihre Hoheit schielt. (Ich denke viele Maya waren recht zufrieden bei diesen Schönheitsidealen dem Fußvolk anzugehören.) Außerdem gab’s Löcher in die Frontzähne geschraubt um Diese anschließend mit Jadestein auszufüllen. Der Ein oder Andere mag meinen, dass dies schmerzhaft ist. Und der Ein oder Andere hat auch recht damit, aber die Maya wussten ihre Dschungel- Apotheke zu nutzen. Es ist ein Kraut gewachsen, welches betäubt, und ich durfte es kosten, es schmeckt nach Nelken. Und oben drein, die Maya waren sowieso meist ganz woanders, denn sie hatten eine Vorliebe für Pilze und erklommen Tag ein und Tag aus Wölkchen 7 und 8 auf ihrem Trip ins Unbekannte des menschlichen Geisteszustandes. Unglaublich. Aber immerhin, auch in Sachen Medizin manchmal recht Fortschrittlich. Sie hatten bereits ‚die Pille‘. Was sagt man dazu? Der Saft einer hiesigen Baumfrucht hat eine hormonelle Wirkung welche zur Abtreibung führt und es ist beschrieben, dass dies sehr oft genutzt wurde einige Tage nach einer heißen Nacht mit dem Angetrauten.


Natürlich haben nicht alle Maya ihr Leben im Drogenrausch gelebt, sondern brav ihren Mais angebaut und für Regen gebetet. Und Jene im Dschungel vermutlich für ein Wunderspray gegen Mücken; die waren nämlich gnadenlos, zusätzlich zur Hitze, die mich fast in die Knie gezwungen hat. Im Norden von Yukatan gab es dafür natürlich die beste Erfrischung, die man sich Vorstellen kann. Die sogenannten Cenoten, die Sinkholes mit unterirdischem Frischwassersee oder -Fluss.


Traumhaft schön, diese blauen Oasen und so interessant und einzigartig. Glasklares Wasser in Höhlen unter der Erde, die teils bis 150 Meter und mehr tief sind. Stalaktiten, welche entlang der Wurzeln der oberirdischen Bäume wachsen und von offen bis fast ganz bedeckt reichen. In Merida, habe ich 3 Cenoten gleichzeitig besucht. Mit einem Karren auf Gleisen von einem Pferd gezogen, wurde ich von einer Grotte zur Nächsten gebracht und musste einmal über eine Leiter in ein Erdloch einsteigen um zum unterirdischen See zu gelangen. Das war ein klein wenig gruselig, denn ich war die einzige Besucherin zu dieser Zeit. Nur ein kleines Loch in der Decke hat dem Erdloch etwas Licht geschenkt. Die Stille, die das gemächliche Plätschern vom glasklaren Wasser unterbricht, ist geisterhaft und aufregend zugleich. Das war schon richtig toll.





Ich bin auch viel mit dem Fahrrad durch Mexico gegondelt, für Fortgeschrittene, denn es gleicht einem Hürdenlauf, wenn ständig Leguane vor den Reifen über die Wege schießen. Aber es tut auch Fitness und Figur gut und die Navigation ist sehr einfach, denn Mexikanische Städte haben nur selten Straßennamen. Das Straßennetz besteht nämlich aus Nummern. Ein Haus liegt demnach immer an 2 Nummern. Gerade + Ungerade (z.B. 63 und 68) und man findet sich immer zurecht, denn Nummern haben den Vorteil fortlaufend zu sein. Wirft der Bus einen am hintersten Zipfel der Stadt heraus und man weiß nicht wohin, zählt man sich einfach von oben nach unten und von rechts nach links durch, zurück zum Hostel. Klasse System, müsste man mal in Deutschland einführen. Orientieren könnte so einfach sein…


Das Sahnehäubchen auf dem Mayamuffin war schließlich Tikal. Es ist gigantisch. Mehr als 3000 Gebäude umfasst diese Stadt, gerade mal 25% werden ausgegraben und die 7%, welche dem Besucher zur Besichtigung frei stehen, verschlingen einen ganzen Vormittag mit Herumlaufen und Klettern. Das war die Hauptstadt, und nun gehört sie dem Dschungel. Es ist nicht zu erfassen, wie viele Tempel und Pyramiden noch unter all dem Urwald vergraben liegen. Und Ruhen dürfen Sie auch weiterhin, denn glücklicherweise wurden die meisten dieser Gebiete zum Weltkulturerbe erklärt, und Flora und Fauna sind nun die rechtmäßigen Besitzer. 


Der Dschungel war im Übrigen wieder mal eine Erfahrung für sich. Ich liebe es einfach in der Nacht die Brüllaffen zu hören inmitten der Rufe der Frösche und Insekten. Und welch ein Glück in Palenque direkt im Dschungel ein Hostel zu haben. ;) Da nimmt man auch mal die Internetlose Anbindung in kauf.


Flores war auch eine nette Stadt. Ein kleines abgelegenes Inselchen voll mit Touristen, war es Dreh – und Angelpunkt für ganz Guatemala in Sachen Reisen. Ein Kinderspiel von A nach B zu kommen. Hier gibt es auch eine Dschungelfarm mit Volontären und fast wäre ich ein paar Tage geblieben. Doch der Wanderdrang in mir, lies mich schlussendlich doch ein Ticket nach Lanquin in den Nationalpark kaufen und ich bin mit dem Minichickenbus noch tiefer ins grüne Land vorgerückt. An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass in Guatemala die Leute hinterm Steuer einen an der Waffel haben. Das bei den Fahrmanövern nicht mehr passiert, grenzt an ein Wunder!


Nach jener Katastrophenfahrt über Stock und Stein (ich mein das wörtlich) kam unsere kleine Truppe etwas verspätet im Dschungel an. Das Hostel hat die Laune deutlich gehoben. Eine Lodge, mit Restaurant und Hängematten, inmitten Nebelverhangener Berge, einsam auf einem Hügel im Nationalpark. Ich wusste ich würde länger bleiben. Am Folgetag ging es dann auf der Ladefläche eines Trucks, vorbei am einheimischen Markt, zum Eingang der Höhle - in Bikini, denn schwimmen mit Kerze im unterirdischen Fluss war die Aktivität des Vormittags. Zum Glück war es im Inneren warm, trotz kühlem Wassers. Wir sind über Felsen geklettert und in Löcher gesprungen, haben über Leitern und Seile mehrere Etagen der Höhle erkundet und sind im Kanalsystem der Grotte mit der Strömung geschwommen. Super Genial. Habe mit nur wenigen Schrammen das Tageslicht wieder gefunden. Und die Mayabemalung hat den ganzen Tag gehalten. Unser Guide hatte sich einen Spaß daraus gemacht im Dschungel die dafür nötigen Blüten zu pflücken und uns dann der Reihe nach im Gesicht zu verzieren.


Im Anschluss hieß es wandern, und zwar nach ganz oben. Anfangs war es auch noch ein Weg, dann entglitten mir die Gesichtszüge. Treppen! Treppen mit Stufen von ca. 50cm Höhe! Und viele davon - was man nicht alles für einen Aussichtspunkt tut. Ich erklomm die Spitze als Letztes und ja es war die Tortur wert. Inmitten des Dschungels blickte ich auf 8 stufenförmige, glasklare, türkisblaue Pools mit Quellwasser, persönlich von Mutter Natur erschaffen. Wow! Trotz, dass Wolken über den saftigen Wald hingen, schien dieser flache Wasserfall zu leuchten. Sowas habe ich noch nicht gesehen.


Völlig verzaubert konnte ich nun nicht mehr warten dort auch schwimmen zu gehen. Durch das viele Berg auf und ab steigen war mir sowieso recht heiß und das Eintauchen ins frische Nass war ein Genuss für sich. Gut eine halbe Stunde sind wir umher geschwommen und von Pool zu Pool gerutscht. Das einzig Störende waren die kleinen Fische, welche mir ständig die Haut an meinen Schürfwunden weggeknabbert haben. Das tat nämlich ein kleinwenig weh. Den Tag haben wir mit einem leckeren Essen im Hostel ausklingen lassen und es wurde noch ein Hängematten-Faulenztag eingelegt. Ich habe meine Route wieder etwas angepasst und mich entschlossen Antigua mit dem Vulkan ausfallen zu lassen. Ich hatte nun schon von mehreren Quellen gehört, dass seitdem der obere Teil des Vulkanes kollabiert war, man keine rote Lava mehr fließen sehen konnte. Drum ging es mit meinem australischen Reisebegleiter Richtung Rio Dulce.


Wir kamen dort auch an, und durften als erstes unsere Knochen neu sortieren. Was für eine Holperstrecke und was für eine katastrophale Bootstour bis Livingston! Halsbrecherisch wurde der Kutter im Speed direkt auf die harten Wellen aufgesetzt!
Der Fluss war jedoch wunderschön. So viele Vögel! Kormorane, Pelikane und Reiher sind zu hunderten um uns herum geflogen, als wir mit dem Boot den schmalen Fluss zum Meer entlang gefahren sind. Auch am nächsten Tag mit dem Kanu hat der Fluss an Artenvielfalt nicht enttäuscht. An einem Wasserfall inmitten von Mangroven und Palmen sahen wir Blattschneide-Ameisen und winzig kleine Minifrösche, so groß wie der Nagel eines kleinen Fingers. Niedlich. 


Es ist wunderschön im Regenwald, und ausgesprochen warm. Es ist eine besondere Welt, mit Lianen die von den Baumwipfeln hängen, das dichte Unterholz mit Pflanzen, welche man sonst nur als Zimmerpflanze aus dem Supermarkt kennt und dem feuchten Waldboden, der so voller Leben scheint. Ein Erlebnis im Reich der Maya. Und doch konnte ich weiter ziehen. Gegen den inneren Drang endlich zu Tauchen kann man einfach nichts ausrichten, und so ließen wir auch Guatemala hinter uns und machten uns auf nach Utila, Honduras, der Taucherinsel für den gemeinen Backpacker. Aber das ist eine neue Geschichte. ;)


Dienstag, 26. Februar 2013

ein Geburtstag in der Karibik


Nun kam es doch, wie es kommen musste. Der 30. Geburtstag stand vor der Tür und ich musste ihm Einlass gewähren. Die 29 musste ihr Köfferchen packen und es hieß auf nimmer wieder sehen für die Zwanziger. Immerhin dieses Jahr ohne Schnee und Regen mit Sonne am warmen, karibischen Meer. So war der Plan! Und er wurde direkt in die Tat umgesetzt.


Meine letzten Tage in Südamerika waren stressig zwecks Routenplanung, aber auch ruhig in Sachen Unternehmungsgeist. Ich habe mich das erste Mal im Couchsurfen versucht und wohnte 2 Tage kostenlos im Zentrum der Stadt in einem fast gläsernen Apartment. Mein Couchsurfing-Gastgeber hatte allerdings eine leidenschaftliche Vorliebe für Fußball und schleifte mich mit auf ein Spiel. Es war wie zu erwarten, eher langweilig. Dennoch konnten wir uns ein wenig übers Reisen unterhalten. Er war sogar schon in Deutschland und seine Lieblingsspeise war dunkles Brot mit Butter und Honig. Er kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Ich war danach hungrig.


Sonst haben wir nichts groß unternommen. War auch egal, es ging sowieso nach Zentralamerika. Mit einem ganzen Tag in der Luft und zweimaligen Umsteigen, war ich auch schon in Belize angekommen. Hohe Luftfeuchtigkeit, die Sachen klebten, Sonne ohne Gnade, türkisblaues Meer auf Badewannentemperatur und weißer Strand - hier war ich richtig. Es ging auch direkt zum Riff mit dem Wassertaxi auf eine der Backpackerinseln ins erstgelegene Hostel und ich wurde mit einem wunderschönen Sonnenuntergang, Rum und chilliger Musik zum entspannen begrüßt.


Fünf lange Tage habe ich dann in Belize das karibische Feeling in mich aufgesaugt und neben Faulenzen einen Schnorcheltrip zum Riff gebucht. Ja, hier in im Karibischen Meer gibt es das zweitgrößte Riff der Welt und es ist kunterbunt, voll von Korallen und Fischen. Ich bin endlich mit Haien geschwommen und konnte sie sogar streicheln. Sehr niedlich, man mag denken, die Guten fühlen sich glatt an, aber nein die Schuppen sind rau, wie Sandpapier nur gröber und doch irgendwie geschmeidig, wie Perlen. Es ist eigenartig, und irgendwie schwer zu beschreiben, so wunderschöne Tiere.


Und riesige Stachelrochen hab ich gesehen, die nur ca. 2m unter mir, wie fliegende Teppiche über den Sand geglitten sind. Und damit meine ich, im Durchmesser so groß wie ich. Sie suchten Gehäuse der Riesenmuscheln nach Resten ab und waren fast sogar schon zahm. Es waren an die 20 Rochen auf einmal, und mein Herz klopfte wie wild bei diesen unerwarteten, wundervollen Anblick.


Auch Meeresschildkröten gab es zu sehen und riesige Fische, wie z.B. den berühmten Barrakuda. Das Meer ist traumhaft, auch bei Nacht. Mit Wassertaschenlampe bewaffnet, habe ich beim Nachtschnorcheln Moränen, Hummer und Taucher im Dunkeln bewundern können. Das ist schon eine andere Welt. Wie angewurzelt und mit fasziniert aufgerissenen Augen schwebte ich dann im Wasser als ich einen großen getüpfelten Adlerrochen vor mir über das Riff ‚fliegen‘ sah. Wunderschöne Tiere. Ich war so verzaubert, dass ich es nicht mal geschafft hab auf den Auslöser der Kamera zu drücken. Okay, zugegeben, die Fotos bei Nacht im Wasser sind sch furchtbar, aber die Filme werden recht gut dank LED – Kamerascheinwerfer. Hehe.


Nach Belize beschloss ich in Mexiko einzuwandern und buchte mein Ticket für den 16 Februar zur Grenzüberschreitung. Da wurde ich dann auch belehrt, dass ich überall in Zentralamerika eine Ausreisegebühr zahlen muss. Klingt komisch, ist aber so!
Nun denn, nach einer Überfahrt bei einem Wellengang der übers Boot hinaus plätscherte, kam ich ein wenig grün im Gesicht in Chetumal an. Und nachdem sich der Grenzbeamte endlich ausgeflirtet hatte, konnte ich auch in den Bus nach Playa del Carmen einsteigen.


Und dann...Wie beschreibt man das Gefühl von einem schäbigen Hostel in Belize in einen Luxustempel in Mexico einzuchecken? Überwältigend. Nicht das ich Luxus brauche, normalerweise bin ich sehr zufrieden mit gemütlichen Hostels im Grünen und netter Gesellschaft von Mitreisenden, aber… das war schon Krass! Eine Welt für sich. So lässt es sich gut gehen, im Urlaub vom Reisen!



Nachdem ich mit einem grünem Hotelarmband gekennzeichnet war, durfte ich mich wie alle Anderen über ein enormes, immer nachfüllendes Buffet hermachen, den hoteleigenen Urwald besuchen, kleine Mayaruinchen bestaunen und am Strand mit einem leckeren Milkshake den Tag vorbeiziehen lassen.


Die Anlage war so groß, dass ich mich anfangs sogar verlaufen hatte. Es gab auch ein paar Nasenbären und Waschbären die mit Pommes-Klau an der Snack-Bar für Unterhaltung sorgten, und bunte Vögel überall, sowie Iguanas am Weg.

Ich bin allerdings am ersten Tag direkt in den SPA-Bereich abgebogen; das musste sein!




Natürlich war das tollste, dass ich nicht nur meinen Geburtstag mit 5 Sternen feiern durfte, sondern vor allem mit Familie, denn die lieben Eltern waren aus Deutschland für eine Maya-Rundreise ‚zufällig‘ in der Gegend.
Nein ;) Es war natürlich so geplant gewesen, dass wir uns auf der Yukatan-Halbinsel treffen und ein wenig Zeit zusammen verbringen.


Also quartierte ich mich wie zu alten Zeiten meiner Kindheit im Zimmer mit ein und verbrachte eine schöne Woche entspannt unter Palmen am Meer, und der lange Zeit unausweichliche Geburtstag war alles andere als schrecklich. Ich bekam Emails und Facebook-Nachrichten und mir wurde auf Skype und per sms gratuliert und mit lieben, teils neckischen Worten in den Ü30 Club aufgenommen.





Abends gab es im Hotelrestaurant sogar noch einen kleinen Geburtstagkuchen für mich und wir stießen auf vergangene und noch folgende Jahre mit einem Glas Bananensekt an.


Am übernächsten Tag hieß es dann Leinen los für einen Vergnügungspark unter der Erde. Yukatan ist von einer Art Tropfsteinhöhlensystem untertunnelt. Man kann darin Tauchen, Schnorcheln oder eben Planschen. Das hat sich der Park zu Nutze gemacht, und innerhalb von 3 Etagen einen Hochseilgarten, eine Jeepstrecke, sowie Paddeln und Schwimmen auf und im unterirdischen Fluss durch die Höhlen, in eine Abenteuerstrecke umfunktioniert.


Toll, sowas erlebt man nicht alle Tage. Die Dunkelheit und Stille um mich herum im endlosen Tunnelsystem ist eine Erfahrung für sich. Hier und da hört man es plätschern, dann andere Stimmen weiter weg und nur kleine blaue Lichter im Wasser, welche den Weg für das Floß, geleiten. Und in einem Irrgarten aus Stalaktiten und Stalakmiten gleitet man durchs klare Wasser unter der Erde und erhascht manchmal einen Blick auf die Wurzeln der Bäume, die überirdisch wachsen und wie vergessene Seile von der Decke hängen.


Auf der Rückfahrt gab es dann noch ein recht metzgerhaftes Unterhaltungsprogram. In Farbe, und mit all den unzensierten Grausamkeiten, durften wir das Abschlachten der Maya durch die Azteken auf der Leinwand bestaunen. Man man man, und sowas im Urlaubsbus. Da war die Mayashow mit Trommelmusik und Feuertanz schon spannender und netter anzusehen, auf dem Gelände der Anlage. Bunt bemalt in den Kostümen von Jaguar, Affe, Reh und Eule wirbelten die Tänzer durch die Nacht und würdigten, unter Einnebelung ihrer Zuschauer mit räuchernden Gewürzen, die Götter ihrer Vorfahren.


Ich muss sagen, der Urlaub hat gut getan und vertraute Gesichter sowieso. Ein Stück Heimat so fern von zu Hause… Es wärmt die Seele. Nun bin ich wieder allein unterwegs und mir gefällt Mexico recht gut. Ich habe mich entschlossen die Nordroute zu touren, welche Yukatan, Guatemala, Belize und Honduras einschließt, und werde hoffentlich viel erleben im Reich der Maya. Was soll ich sagen, bis jetzt sind die 30er gar nicht so übel. ;)