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Sonntag, 5. Januar 2014

Home Sweet Home

Es ist vollbracht. Ich bin am Ziel, 508 Tage nach meinem Start. Wohlbehalten angekommen in Berlin. Diesmal hat es auch mein Gepäck auf Anhieb geschafft, gleichzeitig mit mir einzutreffen. Und diesmal entsorgte ich meine Schutzhülle, inzwischen voller Löcher, direkt am Flughafen. Ich würde sie so schnell nicht brauchen. Denn dieses Mal würde ich bleiben. Meine Reise war vorbei.

Die Häuser zogen trist im Januarlicht vorbei als wir mit dem Auto nach Hause fuhren, und ich erzählte meinen Eltern von den letzten Tagen auf meiner Erdkugelumrundung. Dachte an meine Pläne für die Zukunft durch halb offene Lider und ließ meinen Blick in die Ferne schweifen. Was das neue Jahr wohl zu bieten hat?

Erstmal schlafen, das Jetlag überwinden, aus- anstatt einpacken, den Tierärztekongress besuchen und langsam im Hier und Jetzt ankommen. Denn auch das ist eine Kunst. So viele alte neue Dinge, so viel Gewohntes, was nun fehlt. Endlich ein Bad nehmen nach Wochen des Duschens in den Rinnsalen der 3. Welt. Meinem Leben ‚Hallo‘ sagen. Wie hab ich dich vermisst.
Mein Hund, meine Katze, meine Familie, mein Hab und Gut in meinem Zimmer daheim, die Treppe im Haus, das Brot auf dem Teller, die Tannen im Garten, die Felder voller Vögel, die vertrauten Pfade im Wald... Glück kann so einfach gestrickt sein. Das ist hart erlernt.

508 Tage... 12192 Stunden... 731520 Minuten... 43891200 Sekunden... Egal wie man dreht und wendet. ‚Lange‘ ist mein Wort dafür. Und ‚unvergesslich‘...

Ich bin zurück; zurück im grauen nicht sehr winterlichen Deutschland und es ist gar nicht so übel. Ich habe wohl auch genug zu tun, haha. Die Updates der fehlenden Blogeinträge werden folgen, aber erstmal allen meinen lieben Lesern und Leserinnen noch ein gesundes neues Jahr. 




Sonntag, 11. August 2013

365

Jaaaa es ist wahr… vor genau einem Jahr bin ich in den Flieger nach Namibia gestiegen, habe meiner Familie und meinem Freunden Ade gesagt und habe mir einen Traum erfüllt. Eine Weltreise, allein einmal um den ganzen Globus, dem Alltag den Rücken kehren und das gewohnte für die Fremde verlassen. So lange scheint es nun her, dass ich meine Route geplant, viele Impfungen über mich ergehen lassen und meine Reiseutensilien gekauft habe. Noch länger ist es her, dass ich die ersten Flüge und Hostels gebucht, und meine Listen geschrieben habe. Und so viel hat sich um mich und in mir bewegt seit der Zeit... So viele Gedanken und Eindrücke sind durch mich hindurch geflossen. Und so viel habe ich gelernt auf meinem Wege, dass ich inzwischen ein ganzes Buch damit füllen könnte.


Es gab Höhen und Tiefen, es gab Luxus und Sparkurs, ich war einsam und in Gesellschafft, sowie in Großstädten und urigster Natur. Und ob geradlinig oder verschlungen, ich bin meinen Weg gegangen. Immer, vorwärts, nie zurück, mit dem Ziel die Geheimnisse unseres Planeten zu entdecken und entlang der Pfade zu gehen, die mich finden lassen, wonach ich im Inneren immer gesucht hatte. Und es ist mir gelungen; dafür bin ich mehr als Dankbar.

Ein ganzes Jahr… Die Erinnerungen begleiten mich und die Sehnsucht zu den Orten, welche mich am meisten beeinflusst haben, sind wahrlich ein Teil von mir geworden...

Afrika

Nie wieder, wird ein Sonnenuntergang so wunderschön sein, wie Jene rot glühend über den Steppen von Afrika. Und die Gänsehaut bei der von Tierlauten durchsetzten Nacht im Okavango-Delta wird mir in meine schönsten Träume folgen. Die Wasserfälle von Iguazu, der sagenhafte Ausblick in die wolkenverhangenen Berge von der Spitze des Tafelbergs, die unendliche raue Weite Patagoniens, die Salzseen Boliviens, das letzte Paradies in Galapagos, die vergessenen Tempel der Inka und Maya sowie am Grunde der Cenote ‚The Pit‘ zu tauchen und das Licht der Sonne, welches durch die Felsgemäuer ins Wasser fällt von 38 Metern Tiefe glitzern zu sehen und dabei in die tiefen Höhlen Yukatans mit der Taschenlampe zu leuchten… 

Südamerika

All dies ist wirklich passiert und es wird mich nie wieder los lassen. So wunderschön, so beeindruckend, so wild und doch nun endlich greifbar. Und wenn Zeit still stehen könnte, nur um diese Augenblicke noch ein wenig länger auskosten zu können, es würde dem der fallenden Blätter in der Cenote ‚Angelita‘ gleich kommen, als könne ich durch die Zeit fliegen und Blatt für Blatt mit dem Schlag meiner Hand im Wasser herum wirbeln. Noch einmal auf dem Dach eines Jeeps voll mit Geparden durch die Dornenbehangenen Bäume in Namibia düsen, noch einmal eine Nacht ohne Zelt in Afrikas Wüste schlafen und dabei vergebens alle Sterne am Himmel zählen zu wollen, noch einmal die Delfine neben dem Boot springen sehen, noch einmal durch die Fjorde Chiles im Nebel fahren, noch einmal den toten Baum in seiner Schwefelwolke in der Tiefe der Höhlensysteme in Mexico bewundern, noch einmal mit Haien am Riff tauchen oder die Adlerrochen über dem Schiffswrack wie in Trance gleiten sehen, noch einmal den Gletscher im Inneren knacken hören, noch einmal den Löwen in der Dämmerung lauschen, noch einmal den Dschungel bei Morgengrauen erleben, noch einmal das flauschige Fell eines roten Riesen-Kängurus streicheln, noch einmal mit Seelöwen schnorcheln, noch einmal ein Gewitter im Tal der Götter hören. Die Liste geht weiter und weiter…

Zentralamerika

...und die Emotionen in diesen Momenten sind so frisch, als wäre es gestern passiert. Es sind reale Träume, die zu mir kommen, wenn ich nachts die Augen schließe und es bedeutet mir so unglaublich viel, dass ich den Mut zusammen genommen und diese Reise für mich angetreten habe. Ich weiß, dass es mich hat so viele Schritte im Leben vorwärts gehen lassen und die Zukunft öffnet, weitere Träume zu realisieren.

Ich bin von Kontinent zu Kontinent gereist. Habe die Völker von den Ursprüngen unserer Menschheitsgeschichte in Afrika über die Tempel und Alien Theorien in Südamerika verfolgt, um genau ein Jahr später auf der letztbesiedelten Landmasse anzukommen.

Australien

Ich muss sagen, zugegeben, ich könnte mir zu meinem Jahrestag etwas deutlich Schöneres vorstellen, als mitten in der Nacht aufzustehen und in den Stall arbeiten zu gehen. Aber auch das gehört eben dazu. Das liebe Geld, das mir meine Reise und all die schönen Dinge erst ermöglicht. Und ich möchte schließlich weiter reisen… und noch den asiatischen Kontinent besuchen, bevor es zurück nach Europa geht.



Denn es ist eben auch so, dass ich bemerke, wie langsam die Zellen in meinem Körper ihre Kompassnadel Richtung Heimat neigen und der Ruf der Freiheit, mich zurück zum Startpunkt geleitet, wo alles begann. Zu Hause, ein kleines Dörfchen irgendwo in Deutschland. Ja dahin möchte ich bald reisen. Denn auch hier sind es schöne Erinnerungen, die mich locken. Gedankenverloren durch Leipzig schlendern, bei Freunden auf der Couch sitzen und bis spät in die Nacht über Gott und die Welt erzählen, früh ausschlafen und dabei in meinem Bett unter der Dachschräge aufwachen. Mit der Familie am Mittagstisch sitzen und selbstgemachten Kartoffelbrei schlemmen. Mit meinem Hund spazieren gehen und meine Katze abends herein rufen. Saubere Wäsche aus einem Kleiderschrank nehmen und im Fernsehen meine Muttersprache hören. Die alten vertrauten Gemäuer meiner Heimatstadt sehen und durch das Einbahnstraßennetz zu fahren, in dem sich jeder Nicht-Altenburger hoffnungslos verirrt. Es gibt so viele Dinge, kleine Dinge, die es nicht gibt auf Reisen, welche man auch nie bewusst wahrnimmt, die den gewohnten Alltag zieren und ihn vertraut und stimmig machen.

Home

Es ist schon seltsam, wie diese zwei Welten ‚Alltag‘ und ‚Reisen‘, langsam zu verschmelzen scheinen und doch unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Mensch braucht beides um glücklich zu sein, so viel kann ich sagen. Und doch, auch wenn bereits die Heimat an einem Ärmel zu ziehen scheint, die Reiselust hat den anderen noch fest im Griff. Das Fernweh wird immer die kleine Stimme in meinem Kopf sein, die mich zu Abenteuern in mir unbekannte Welten einlädt. Und somit bin ich bereit und voller Spannung meine letzte Etappe der Reise nun bald anzutreten, bevor mich die nördliche Hemisphäre zurück bekommt.

Europa

365 Tage. Es erscheint selbst mir recht lange nun. So unglaublich viel ist passiert.... Deshalb gibt es heute zur Feier an meinem Jahrestag ein kurzes Video von meinem Tauchkurs in Utila. Ich hoffe die Urlaubsstimmung schwappt ein wenig über. ;)

Spaß, Meer und eine Weltenbummlerin, die das Fliegen lernte... ich finde die Liebe zum Tauchen sieht man mir an. ;)

Sonntag, 28. Juli 2013

Im Rennstall sind die Pferde los!

Es ist 2.45 Uhr morgens, der Wecker klingelt, ich fluche. Die Frisur sitzt nicht, die Augenlider kleben schlaftrunken zusammen und Draußen ist es stockfinster. Manchmal regnet es, manchmal stürmt es auch, kalt ist es immer. Alles Geld hat seinen Preis, der Arbeitsalltag hat mich wieder, nur das es in Australien mehr als zeitig los geht.



Ich raffe mich jedoch auf und schlüpfe in die kalten Stallklamotten, drücke mir ein Nutella Brötchen zwischen die Zähne, fülle meine Trinkflasche mit heißem Wasser zum aufwärmen und ab geht es zu den Pferden. Im Rennstall angekommen, geht dann alles zur Routine über. Boxen misten, Pferde putzen und baden, Pferde füttern, Pferde von und auf das Laufkarussell führen und später in 3-4 Decken wickeln. Ab und an geht es auch zum Wasserlaufen in den Nachbarstall oder ich darf am Ende des Tages noch Vitamin - Injektionen geben bzw. Blut abnehmen. Ich gebe zu, spannend ist es nicht, aber ich arbeite auch um Geld für die Reise zu verdienen. Damit die Maus mit weißer Flagge, welche derzeit mein Konto bewacht, endlich den sorgenvollen Gesichtsausdruck verliert. ;)







In Australien ist das Rennpferdebusiness groß, vor allem hier in Melbourne gibt es hunderte an Rennställen. Es scheint mir einen recht großen Teil der Kultur auszumachen. So richtig verstehen kann ich es dennoch nicht, Pferde so sehr als Sportgeräte zu sehen. Naja, gut versorgt werden sie zumindest, zu gut würd ich sogar meinen; gefüttert wird bis ordentlich Speck auf den Rippen zu sehen ist. Die armen Viecher stehen allerdings auch 22 Stunden vom Tage in ihren Boxen oder Paddocks und bekommen dabei so hochprozentiges Proteinfutter, dass alle Energie und Langeweile in Verhaltens-Stereotypen umgesetzt wird. Die Hunde hier in Down Under sind im Übrigen nicht besser dran, auch sie werden in Decken eingepackt und schuckelfett gefüttert. Wie sagt man so schön, andere Länder, andere Sitten und im Bezug auf mich, anderer Beruf.




In dem Punkt hat mir die Reise auch eine wichtige Lektion gelehrt. Es ist manchmal schon fast komisch, wie sich Dinge in eine Richtung entwickelt, welche man so nie vorhergesehen hat und sich nicht mal bewusst war, dass Etwas, über welches man sich nie groß Gedanken gemacht hat, so fundamental sein könnte. So viele Reisende, die ich treffe, bemerken plötzlich, dass sie doch zu etwas anderem berufen sind, wechseln direkt ihre Arbeit oder orientieren sich neu, nach oder während der Reise, gehen zurück zur Uni oder bleiben gar im Ausland stecken um umzulernen. Entdecken verborgene Talente und versuchen ihr ‚altes‘ Leben abzustreifen.



Und bei mir? Da ist genau das Gegenteil eingetreten. Mit jeder Faser meines Körpers durch und durch fühle ich mich mehr als jemals zuvor bestätigt, dass ich bin was ich bin und das ich gut bin, indem was ich tue. Ich bin Tierarzt, das ist die 100% Realität, und ich werde und will auch nie etwas anderes sein. Es bedeutet mir die Welt, Tieren in Not helfen zu können und es gibt wenige Dinge, die mir so viel Spaß machen, wie eine frische Wunde zusammen zu flicken oder Bücher zu wälzen um nach seltenen Krankheiten zu forschen. Besitzern ein Verständnis dafür zu geben, was gerade in ihrem Tier vor sich geht und wie es zu behandeln ist, oder einfach einem Babykätzchen die Milben aus den Ohren zu putzen. Ein anderer Beruf? Nie im Leben! ;)


Und mit dieser neuen Weisheit, die nun wie ein Anker in mir verwurzelt ist, kommt die Reise schneller zu einem Ende, als gedacht. Das Jahr in Australien mit diversen Backpackerjobs wird eingetauscht, gegen einige Monate Reisen und meine nun doch ehemals geplante Rückkehr zum Leipziger Tierärztekongress im Januar. Neues medizinisches Wissen aufsaugen, die graue Masse mit Nahrung versorgen und nicht mehr als Stallmädchen arbeiten; hört sich doch super an. Ja, so unverhofft kann es manchmal kommen. Die richtigen Wege, finden sich beim Laufen.


Zugegeben, es ist nicht der einzige Grund. Denn die nächste Lektion folgt der Vorherigen auf wenigen Schritten. Im Ausland reisen und im Ausland arbeiten = 2 völlig verschiedene Dinge. Ich habe von Anfang an gesagt, dass der Alltag immer die schwierigste Aufgabe ist, im Leben zu meistern. Tag ein Tag aus, der Sklave seiner eigenen Lebenserhaltung zu sein, und dabei stets mit einem Lächeln durch die Welt zu gehen, sich dennoch Träume erfüllen zu können und ein Privatleben zu erhalten, ist eine Kunst, die oft in negativen Stress für unser Gemüt ausartet. In einer geliebten Gegend allerdings, oft Heimat genannt, mit einem sozialen Umfeld aus Freuden und Familie, gelingt es uns jedoch diesen Balanceakt zu tanzen. Und genau diese Geborgenheit fehlt in einem fremden Land. Und auch wenn es nicht unmöglich für mich wäre, so lebe ich doch bei dem Gesetzt: Sofern es in meiner Macht steht, tue ich nur das, was mich glücklich macht.


Australien tut dies leider nicht, so einfach ist das nun mal. Darum sehe ich es auch nicht als eine Option, meine Approbation für teures Geld hier anerkennen zu lassen. Man kann es drehen und wenden, wie man will, man kann es sogar umwerfen und neu aufstapeln, aber nicht ein einziges Mal habe ich mich so wirklich verbunden gefühlt mit dem roten Kontinent. Und ich weiß wie sehr ein Land mir ans Herz wachsen kann. Kanada wollte ich nicht verlassen, 6 Jahre zuvor, und noch immer habe ich Sehnsucht nach diesem Ort mit all den Bergen, Wäldern und wilden Tieren, mit den Tälern voller Flüsse und dem einsamen Ruf des Loon. Und auch den vielen lieben Menschen dort, die stets höflich und so voller Freude sind. Anders als in Australien, wo es schlechte Laune und die ‚wie ziehe ich meine Mitmenschen über den Tisch‘ – Überraschungstüte gratis zu den überteuerten Lebensmittelkosten dazu gibt.

Kanada 2007

Zynismus ist der halbe Alltag hier! Nein, haha, so schlimm ist es natürlich nicht. Es gab auch durchaus Erstaunliches. In Deutschland hätte ich zum Beispiel nicht innerhalb von 2 Stunden eine sofort beziehbares WG Zimmer gefunden. In Australien ist das kein Problem. Und ich wohne auch noch recht nah an meiner Arbeitsstelle und kann somit zumindest zu den Nachmittagsschichten mit dem Fahrrad radeln. Zugegeben meine Mitbewohner sind schon etwas eigen. Beide kommen aus dem Rennstallbusiness und sind milde ausgedrückt, eben anders. Wo die Eine ein Schräubchen zu viel locker hat, sitzen sie bei der Anderen zu fest. Ich versuche mich in die 1000 Hausregeln so gut es geht einzugliedern, aber ehrlicherweise, denke ich, die Zeiten in einer WG mit Fremden zu wohnen sind einfach vorbei.. Die eigenen 4 Wände lernt man da gleich wieder schnell zu schätzen. Genau wie ein von intelligenten Menschen konstruiertes Haus, mit Isolierung, wo die Klamotten nach einer stürmischen und kalten, verregneten Nacht nicht klamm und halb erfroren am Morgen übern Bettgestellt baumeln, wie beim Zelten unter freiem Himmel im Frühling; und der Raum die Durchschnittstemperatur von 17° nicht unterschreitet. Diese feuchte Kälte hier, ein kleiner aber fast täglicher Albtraum. Brrr….


Naja immerhin gibt es noch einen weiteren recht freundlichen Mitbewohner, der mit seiner stets guten Laune mir den Tag versüßt und einem großem drolligen Teddybär gleichkommt: Hund „Capone“ oder liebevoll „Pony“ genannt.
 

Die Wochen vergehen jedoch nur langsam, im Gegensatz zu vor meiner Reise, wo die Tage nur so davon geflogen sind. Stillstehen, anstatt vorwärts während einer Reise ist für eine kurze Pause meist ein Segen, für längere Zeit jedoch erscheint es wie Zementblöcke, die an den Beinen haften und ihrem Träger nicht zurück in die Welt entlassen wollen. Es fühlt sich körperlich auch danach an. So viel Muskelkater hatte ich lange nicht. Ob Handgelenk, Schulter oder Füße, Arbeit mit Pferden ist hart. Immerhin gibt es auch einen netten Nebeneffekt: Ich baue wieder Fitness auf und die restlichen Pfunde purzeln nur so dahin. Bald ist die Bikinifigur wieder Strandtauglich. Das salzige Nass leider hier in Mornington, viel zu kalt im Frühling.


Melbourne hat mir noch ein weiteres nettes Ereignis beschert, nach gut 2 Jahren habe ich einen lieben Freund aus meiner Studienzeit in Leipzig hier getroffen, der auch um den Globus reist und ebenso eine Zwischenstation einschiebt um die Reisekasse wieder aufzufüllen. Die Welt ist klein und doch so groß. Die schönsten und verrücktesten Reisegeschichten wurden ausgetauscht, der neuste Tratsch und Klatsch erzählt und ein leckeres Essen gekocht.



Und weil wir uns nostalgisch fühlten, nach all den Erinnerungsschüben aus Uni-Zeit und Globetrotten, gab es ein Foto und noch ein Match im Magic-Kartenspiel. Zwei zu Eins für mich mit viiiieeel Hilfe vom Ex-Turnierspieler, haha.

Einen Junkfood-day bei McDonalds einlegen und die wenigen Stunden Tageslicht im guten sächsischen Dialekt verbringen. Muss eben auch mal wieder sein.






Meine Freizeit verbringe ich sonst, neben Schlaf nachholen, zumeist in der Stadtbibliothek, denn dort gibt es freies Internet. Ich update die Blogeinträge, gehe meiner zweiten bezahlten Arbeit nach; dem Übersetzen einer Website eines Freundes ins Englische und plane meine Route durch den Südostasiatischen Teil unserer Erde. Neuseeland muss nämlich erstmal wieder hinten anstehen. Zu teuer und zeitaufwendig allein, komme ich dafür irgendwann in den nächsten Jahren mit treuer Reisepartnerin zurück, wie für die meisten Sehenswürdigkeiten hier in Oz. Denn wenn es bereits ein Versprechen an mich selbst gibt, nach nun fast einem Jahr, dann doch Eines, es wird nicht die letzte längere Reise sein. So viel ist noch verborgen auf diesen Planeten, so viele Länder unentdeckt von mir, dass ich nie still sitzen werde. Reise, lerne und erfahre, lass dich verzaubern bis du all die Antworten gefunden hast und neue Fragen stellen kannst. ;)

Meine recht grundlegende Frage während ich diese Worte schreibe ist allerdings weniger philosophisch, sondern betrifft die Funktionalität und das weitere Durchhaltevermögen. Sie richtet sich an mein Netbook mit dem gesprungenen Bildschirm, den mein Adapter zerstört hat, welcher zufälligerweise, durch einen Stromschlag, nun auch hinüber ist. Meine Reiseutensilien scheinen Abschied nehmen zu wollen von mir. Sollte ich das persönlich nehmen? Fragen über Fragen…




Wie dem auch sei, ich will noch ein wenig die seltenen Sonnenstrahlen am Strand genießen, denn ab 5 Uhr abends werden hier auch schon die Bornsteinkanten hochgeklappt. Ladenschluss bis 8 oder 9, das gibt’s nur in Europa wie mir scheint. In dem Sinne, bis bald und frohes schaffen im Arbeitsalltag an alle daheim gebliebenen. In Australien ist dieser nicht viel anders. ;)


Mittwoch, 21. November 2012

100 Tage


Eine doch recht lange Zeit. 100 Tage unterwegs und soviel habe ich gesehen, erlebt und gelernt, über die Fremde, andere Länder und Sitten, über das Meisterwerk Natur und auch über mich selbst, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll zu erzählen.


100 Tage habe ich in einem fremden Bett geschlafen, einheimisches Essen gegessen und Deutschland hinter mir gelassen. 100 Tage bin ich auf dem Globus umhergewandert, geradelt, mit Bus, Bahn und Jeep gefahren, geritten, geflogen, und gesegelt. 100 Tage lang habe ich das Leben eines Backpackers gelebt und ich dachte mir dieses Jubiläum verdient einen eigenen Post. :D





Ein Fazit nach 100 Tagen 

Länder und Leute

Meine Route in 100 Tagen umfasst 35 Tage Namibia, 7 Tage Botsuana, 8 Tage Südafrika, 3 Tage Buenos Aires, 24 Tage Ecuador, 20 Tage Peru und 3 Tage Bolivien.

Die Kontinente Afrika und Südamerika sind sehr unterschiedlich, ob nun vom Reiseklima als auch von den Menschen. Sogar die Backpacker sind anders. In Afrika träumt jeder und ist sehr entspannt und die heimische Bevölkerung ist fasziniert vom Umstand, dass Fremde ihr Land bereisen. In Südamerika scheinen mir dir Menschen sehr hektisch und doch eher pragmatisch. Gerade Peru und Bolivien geben mir das Gefühl, nur am Profit interessiert zu sein. Der Tourist bringt Geld, also erleichtern wir ihm dessen, aber mögen tun wir ihn nicht. Dementsprechend wird man teils doch recht unfreundlich behandelt.



Die Natur ist ein Traum, ab dem Moment, an dem die Nationalparks beginnen. Auch wenn mich Afrika doch eher in den Bann gezogen hat mit seinen wilden Tieren und dem täglichen Sonnenuntergang im Postkartenformat, so kann Südamerika doch mit der Vielfalt der Anden und Galapagos punkten.



Bildung und Fortschritt sind eher in Afrika zu finden. Auch wenn teils überall Armut herrscht, wird Afrika doch besser gefördert und Kinder werden zur Schule geschickt, trotz dass Traditionen immer noch ihren Platz im Leben der Einheimischen haben. In der Mitte von Südamerika sucht man dies vergebens. Gerade an entlegenen Orten gibt es keinen Willen Kinder oder Erwachsene zum Lernen zu überzeugen und leider werden auch Traditionen teils von der schlechten wirtschaftlichen Lage überschattet.



Mitreisende

Der Backpacker begegnet eigentlich weniger Einheimischen, als anderen Reisenden. Wo in Afrika erstaunlicherweise viele Brasilianer und Briten anzutreffen sind, besteht Südamerika doch vorwiegend aus australischen, schweizer und französischen Backpackern. Deutsche und Schweden trifft man eigentlich in jeder Region der Erde und der Quotenbelgier ist auch in jedem Hostel anzutreffen.


Neues zu erzählen haben leider die wenigsten etwas, nimmt sich doch Jeder im Grunde eine Auszeit vom Leben. Doch ab und an trifft man doch auf interessante Personen. In Afrika mehr als in Südamerika habe ich gemerkt. Vielleicht auch weil im Grunde jeder die gleiche Tour durch den Südamerikanischen Kontinent im Kopf hat, den gleichen Reiseführer und die gleichen Ansichten und somit die gleichen Gespräche zu Stande kommen. In Afrika traf ich mehr individuell Reisende mit eigener Route, einer eigenen Art zu Reisen und stets anderen Zielen. Gerade Gleichgesinnte von anderen Volontärprojekten haben mich beeindruckt. Auch Familien mit Kindern treffe ich an, die ziemlich entspannt für ein halbes oder ganzes Jahr durch die Welt bummeln. Und in den Hostels hat man vom Jugendlichen bis zum Backpacker im Rentenalter auch alles dabei. Es scheint manchmal, als sei die ganze Welt unterwegs.



Transport

Irgendwie muss man von A nach B kommen auf Reisen. Habe ich in Afrika doch eher das Flugzeug für längere Strecken genutzt, obwohl der 4x4 Overlander mit Dachzelt vermutlich die bessere Wahl gewesen wäre, ist es in Südamerika der Bus. Ob vom Klappergestell mit Blick auf die Straße im Fußraum bis zum Luxusliner mit Schlafsitz, Internet, HD TV und Vollverpflegung, es ist alles dabei. Sogar Eisenbahn bin ich gefahren, denn zum Machu Picchu gibt es keine Straße. Und ja das liebe Boot in Galapagos, da hab ich doch tatsächlich noch am letzten Tag Kakerlaken in unserer Kabine entdeckt. Aber in Sachen Reisekomfort gewöhnt man sich sowieso an Einiges. Man sollte vor allem bei den Toiletten niemals den deutschen Standard erwarten und auch kalt Duschen kommt einem ab einem bestimmten Punkt nicht mehr unüblich vor.



Ausrüstung

Ich muss ehrlich sagen, ich bin verdammt gut ausgerüstet. Vielleicht auch zu gut, wenn ich an das Gewicht meines Rucksacks denke. ;) Aber, ohne zu übertreiben, irgendwie hab ich alles dabei, was man als Reisender so an Krimskrams braucht. Wer hätte gedacht, dass ich von der Wäscheleine in Afrika gleich Gebrauch machen muss. Ist ja ein Wäscheplatz da, aber ‚Mila‘ unser Dorfesel, fraß gerne Unterwäsche und holte regelmäßig alles von der Leine um es in den Sand zu schmeißen. Also super Sache um die Sachen drin zu trocknen. Auch den Schlafsack habe ich schon oft genutzt, die Thermounterwäsche ist mein bester Freund auf Reisen und meine Kamera ist ein Schatz den ich nie mehr hergeben möchte. :)


Es ist auch interessant, dass die Dinge im Rucksack erst jetzt so richtig einen angestammten Platz finden oder dass je öfter man packt sich immer noch ein klitzekleines bisschen mehr Platz eröffnet. Trotz, dass man eigentlich auch immer zu viel dabei zu haben scheint. Aber es geht wohl jedem Backpacker so. Zu viel von Daheim mitgenommen, was sich als nutzlos heraus stellt bzw. zu viele Souvenirs ergattert. Auch ich verfalle immer mal in den Shoppingmodus und überlege dann hinterher in welche Ecke ich das nun eigentlich noch stopfen soll.



Essen

Ich vermisse normales Essen! War das Essen in Afrika unerwarteter Weise recht gut, so krieche ich doch seit Südamerika auf dem Zahnfleisch nach etwas Geschmackvollem. Ja, ich kann von der Afrikanischen Küche schwärmen, denn so gute Wildsteaks hab ich kaum gegessen, wenn ich auch immer noch nicht hinter die Vorliebe für Kürbisse gestiegen bin. Jedoch rutscht Südamerika Stufe für Stufe die Gourmetleiter tiefer. Widerlich, was einem hier teils serviert wird. War es in Ecuador noch richtig gut, wird das Essen je südöstlicher ich Reise zum Fraß. Fad, alt, und alles frittiert. Auch in den überteuerten Supermärkten sieht es lau aus. Entweder Zuckerbomben oder Fett, selbst Müsli ist nicht genießbar. Eigentlich gar nix. Und mit jedem Keks, möchte man die Insulinspritze gleich mit bestellen. Es ist nicht zu fassen wie viel Zucker hier täglich konsumiert wird. Sogar beim Saft bestellen muss ich extra dazu sagen, dass ich keinen Zucker möchte, sonst besteht das frischgepresste Getränkt nur aus 3% Obst.


Die Nachtische sind allerdings gut, da kann ich nix sagen. Da steht Deutschland mit seinen staubtrockenen Kuchen hinten an. Die süßen Leckereien sind sowohl in Afrika und Ecuador als auch in Peru saftig lecker. Aber diese kann man halt nicht immer verspeisen. Die Hose passt jetzt schon nicht mehr. Wen wundert es, wird ja auch alles frittiert in Südamerika, von Bananen über Brötchen, zum Huhn oder Rind, selbst Salat und Reis landet teils in der Friteuse. Ich werde es wohl nie verstehen. Aber vermutlich gäbe es sonst zu viele Lebensmittelvergiftungen bei der hier observierten Hygiene im Umgang mit Fleisch. Mittlerweile bin ich zum Pizzaessen übergegangen. Man meint zumindest da kann man nix falsch machen.



Sicherheit 

Reiseziele wie Afrika und Südamerika sind bei weitem keine Länder, in denen man so unbekümmert abends durch die Straßen schlendern kann wie in Deutschland, aber mit einfachen Regeln kommt man ganz gut durch den Tag. Ich habe mir angewöhnt so gut wie es eben geht, lizensierte Taxis zu nehmen, gute Busgesellschaften, die Wertsachen so zu verstauen, dass sie nicht auffallen, immer zu fragen wie es um die Sicherheit steht, wenn ich allein unterwegs bin in derzeitigen Stadtgebiet und auf mein Bauchgefühl zu hören. Klar kommt es dennoch mal zu einer Situation in der man sich verirrt, aber es gibt irgendwo immer Jemand der einem hilfsbereit zur Seite steht. Ich habe mir auch angewöhnt, nachdem ich diverse Berichte über Taxientführungen gehört habe, stets nach älteren Taxifahrern Ausschau zu halten, mich nett zu unterhalten und lieber ein teureres Taxi zu nehmen als ein billiges. Der Hintergrund ist einfach. Ist es doch nur korrupt dem Touri mehr abzuknöpfen, freut sich der Taxifahrer über seinen kleinen Gewinn, bringt mich aber ans Ziel. Ein billigerer Preis würde mir zu denken geben. Ahja, und mein kleiner Freund namens Pfefferspray ist ja auch noch dabei und wohnt in meinem Tagesrucksack. ;)



Wohnen auf Reisen

Eigentlich nimmt man alles mal mit. Ob Luxuriös in einer Lodge in Afrika oder die Holzklasseversion 'hoffentlich hol ich mir hier nix weg' auf der Isla del Sol am Titicacasee, ob Dusche warm oder kalt, mit und ohne Frühstück, mit und ohne Internet, mit und ohne Travelagency, mit und ohne netten anderen Leuten, teuer oder billig, Einzelzimmer oder Schlafsaal... Einfach alles ist dabei. Geplant wird eher nicht wo es hingeht. Zumeist kommt man in der Stadt an und schaut erstmal oder holt nach langem Suchen doch den Lonely Planet heraus. Manchmal bekommt man auch ein gutes Hostel am nächsten Zielort von der derzeitigen Bleibe empfohlen. Aber in aller Regel geht es recht entspannt vor. So gut wie jedes Hostel hat auch einen Raum für Gepäck nach dem Check Out, was sich als recht praktisch bei Tagestouren erweist, wenn abends dann der Bus geht. Im Schlafsaal braucht man meist Ohrstöpsel und hätte ich eine Schlafmaske würde ich diese auch nutzen, denn einige Backpacker wissen nicht, dass man zum Schlafen das Licht aus macht.



Allein durch die Welt

Ich reise allein. Dies hat Vor- und Nachteile. Ich kann eigentlich tun und lassen was ich will, bin aber zumeist auf Touren angewiesen und muss oft im Hostel etwas mehr zahlen, wenn der Preis nicht Bettweise sondern Raumweise erstellt wird. Manchmal ist es einsam, manchmal wohltuend Niemanden um sich zu haben. Südamerika stellt deutlich höhere Anforderungen für mich ans allein reisen, da stets die Sprachbarriere Distanz verschafft und auch die Mentalität für mich immer noch ein Hindernis darstellt, hier alles genießen zu können. Aber ich mogel mich so durch und nehme nun mittlerweile alles recht ungestresst auf. Man lernt mit sich selbst ganz gut klar zu kommen auf eine Weise, die ich immer erhofft aber nie erwartet hatte. Die Gedanken kreisen den ganzen Tag und schweifen zu Orten und Dingen, die längst im Unterbewusstsein verschwunden schienen. Es ist interessant, wie Prioritäten neu sortiert werden und wie viel man doch lernt über sich selbst und sein eigenes Wesen. Man bekommt einen anderen Blickwinkel auf Dinge, erhascht ein anderes Bild von sich selbst und es macht so viel Spaß diese Schleier zu lüften.


Im Übrigen ist der Deutsche super beliebt unter den Backpackern und Reiseländern. Alle finden unser Land schön und die Menschen lustig und ja, eben absolut organisiert. Ich muss auch zugeben, man kann selbst auch nicht aufhören deutsch zu sein, was man auch erst lernen muss zu akzeptieren. Aber wir planen eben und möchten alles in Sack und Tüten haben, bevor wir entspannen können. Somit stört es mich auch nicht mehr, ein Schmunzeln von anderen Reisenden zu bekommen, wenn ich mein Busticket eben schon im Voraus hole, die Trockenzeit meiner Wäsche vorher einkalkuliere, damit ich sie nicht nass mitnehmen muss oder eben die Tour durchs Land grob berechne mit allen Eventualitäten.
So sind wir eben erzogen, so werden wir vermutlich durchs Leben gehen. Auch dies ist ein Fakt den man egal wo man sich gerade befindet mit einbeziehen muss, wenn man ein Land erforscht. In Afrika lernen die Menschen nicht zu sparen. Vorausplanen ist nicht Teil der Erziehung. Was heute da ist, wird verbraucht, und morgen sehen wir weiter. Die Armutsschleife bleibt. Im zentralen Südamerika wurde über Generationen aus pflanzlichen und tierischen Materialen alles hergestellt, und wenn kaputt in die Umgebung geworfen, wo es zu Humus zerfiel und abgebaut wurde. Das dies mit westlichen Plastikverpackungen nicht klappt, naja, ist halt irgendwie noch nicht angekommen im Geiste.



Heimweh

Ja auch das gibt es. Es begleitet einen, mal mehr und mal weniger. Meist kommt es auf den Umstand an, ob man sich gerade wohl fühlt oder nicht. Mitten im warmen afrikanischen Busch umgeben von wilder Natur, den Geräuschen der Tiere und Blätter lauschend, verliert sich der Gedanke an die Heimat. Einsam, in einem kalten Zimmer in einem fremden Bett aufwachen, mitten in den kalten Anden, ohne irgend ein Anzeichen von Mitreisenden, nur spanisch sprechende Einheimische, die versuchen mit dem Lebensmittelinfekt zu helfen, zündet den Funke, dass Deutschland in diesem Moment irgendwie eine bessere Alternative wäre.


Und natürlich kommt es darauf an welche Erinnerungen man mit sich trägt. Ist ‚Zu Hause‘ ein Ort an den du mit einem Lächeln denkst oder wie bei Anderen nur mit Stress verbindest? Freunde, Familie und Tiere haben ihren Platz in meinem Herzen und das kleine neckische Dorf am Rande von Altenburg, umgeben von Wald, Teichen und Feldern birgt heimatliche Gefühle mit so vielen tollen Erinnerungen. Und auch dies bemerkt man erst auf Reisen, wenn der Kopf mal befreit ist von all dem Alltag und den damit verbundenen Einschränkungen.



Highlights

Kostengünstig, billig, teuer, angemessen, überteuert... Um die ganzen schönen Sachen sehen und erleben zu können, muss man doch irgendwie auch Geld ausgeben. Auf Reisen findet man so ziemlich alles und die Unterschiede verschwimmen. Dennoch sollte man genau schauen, was man mit welchem Zweck erreichen will. Beim Essen kann es ruhig manchmal billig sein. Satt wird man so ziemlich von allem. Eine Unterkunft sollte kostengünstig sein. Und Ausflüge…. Hier musste ich wirklich lernen, dass günstig auch gleich billig heißen kann und man um die guten teuren Sachen teils echt nicht herum kommt, wenn man etwas an Erfahrung und Vergnügen mitnehmen will. Ich schaue nun immer genau. Manchmal wird die günstige Tour vorgegaukelt, hat aber kaum etwas inklusive oder die Führer im Park haben keine Lizenz. Vor allem in Peru und Bolivien schießen Agenturen wie Pilze aus dem Boden und wittern das schnelle Geld.


Doch der Verstand sucht sich oft sein eigenes Vergnügen. Ich kann schon gar nicht mehr zählen wie viele tolle Dinge ich gesehen habe. Man nimmt sie teils gar nicht mehr wahr. Ich finde den Umstand manchmal recht traurig, aber Urlaub und Reisen ist etwas vollkommen anderes. Es tritt ein Gewöhnungseffekt ein, neue Dinge zu sehen.


Doch dann gibt es da diese Momente, die einen unerwartet zu Tränen rühren und einem so immens beeinflussen, vielleicht weil man eben nicht damit rechnet. Für ewig bleiben diese im Gedächtnis. Für mich gehören das Gebrüll der Löwen bei Nacht, der Tafelberg in Kapstadt, das Springen der Wale aus weiter Entfernung am Strand von Peru, die Linien von Nazca und Galapagos dazu.


Es sind eben manchmal die kleinen Dinge, die den Unterschied zwischen genial und ‚naja geht so‘ aus machen. Richtige Zeit, richtiger Ort und keine Vorahnung, was da auf einen zukommen könnte. Und man steht am Rande einer World Heritage Site, sieht Wolken wie Wasserfälle über die gewaltigen Bergmassive fließen, hört den Ruf eines wilden Tieres tief im eigenen Körper vibrieren oder freut sich an der Gelassenheit einer Robbe, die im Wasser spielt.


Unglaublich... 100 Tage!

Ein langer Weg liegt hinter mir, ein Weg voller Empfehlungen und Erwartungen, welche teils erfüllt und teils enttäuscht wurden. Doch das Reisen macht Spaß, mit all seinen Hochs und Tiefs. Und auch nach 100 Tagen, freue ich mich weiter in die Welt ziehen zu dürfen. Es war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe und ich hoffe, ich werde noch viel erleben.



Natürlich gibt es noch so viel mehr zu berichten. Doch dazu mehr in 100 Tagen ;)

Sonntag, 12. August 2012

Auf die Plätze... Fertig? LOS!

Ja, es ist soweit! Ich ziehe in die weite Welt hinaus.


Heute 20:10 Uhr um genau zu sein. Wow! Aufregung? Ja ein bisschen schon. Irgendwie ist der Tag nun doch gekommen, auf den man so lange hin gefiebert hat. Freude? Na klar! Stress? PUR! Die letzte Nacht war recht kurz. Ich bin echt ganz schön in Verzug gekommen. Der Plan war eigentlich ganz entspannt die letzten Tage vorüberziehen zu lassen. War ein Satz mit x. Es hat mal wieder alles Zeit gefressen. Das mit dem Probepacken war auch nix. Es wurde gleich richtig gepackt! Und dann nochmal kräftig aussortiert, haha, bis alles gepasst hat.

Die Abschiede waren okay soweit. Nicht wirklich Tränenreich, denn man sieht sich ja wieder und dennoch etwas merkwürdig, denn eigentlich ist es doch ne verdammt lange Zeit. Mir ist immer noch, als würde ich nur mal eben in den Urlaub fliegen. Aber warten wir mal ab, wie es am Flughafen mit der lieben Familie ausschaut. Ich glaube da könnten sich die Schleusen noch öffnen. Es ist dann eben doch etwas Anderes, als nur ein 14-tägiger Pauschalurlaub.



So viel ist in den letzten Tagen passiert und doch hab ich alles nur durch einen Schleier wahrgenommen, da die Vorbereitungen doch enorm viel Zeit und Nerven gekostet haben.
Mein letzter Arbeitstag war … eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag an dem etwas mehr los war und es gab zum Abschied viele 'Gute Reise' Wünsche. 
Meine letzten Einkäufe … kein Kommentar. Ich brauche neue Füße! Und diesmal welche, die nicht schon nach 3 Tagen Stadt durchqueren schlapp machen.
Der Besuch beim Arbeitsamt … unspektakulär.
Und letzte Arztbesuche lassen nun auch die Mutmaßung zu... ich bin Gesund und Fit die Reise antreten zu können.



Und dann war da noch die Abschiedsfeier. Von 17 Uhr bis halb 2 in die Nacht hinein. Es war sehr schön und gleichzeitig ruhig. Ich fand es entspannend gemütlich am Lagerfeuer zu sitzen und den sonnigen Abend vorüberziehen zu lassen mit so vielen von Euch.








Und dann lässt man in der ein oder anderen ruhigen Minute den Gedanken freien Lauf. So lange ist es her, dass ich mich in Schottland in die Idee einer langen Reise verliebt habe.


So viel ist in der Zwischenzeit geschehen und hat mich nachhaltig beeinflusst und genau wie schon so viele Male vorher, geht dieser Lebensabschnitt nun vorbei, um Platz für eine neue Erfahrung zu schaffen.

Ich glaube so richtig werde ich es erst Unterwegs begreifen, welches Glück ich habe diese Reise antreten zu können. Und genau an dieser Stelle möchte ich auch nochmal Vielen Dank an alle richten, die mir geholfen haben, meinen Traum zu verwirklichen.



Voran meine Familie, die wirklich immer für mich da ist, ob mit Ratschlägen oder auch finanziell wenn Engpässe entstehen. Ich drück euch alle ganz fest, denn ich werde euch wirklich vermissen. Und das Familienfoto ist natürlich immer mit dabei. ;)


Auch muss ich mal eine Dankesrunde an alle meine Freunde richten, die mich gestresstes Nervenbündel zwischen Euphorie und Kopfzerbrechen geduldig ertragen haben, wenn ich mal wieder von nix Anderem als der Reise gesabbelt habe.
Und natürlich noch ein riesen Lob an www.weltreise-info.de. Ohne diese Website mit all den netten anderen Weltenbummlern, hätte ich es nicht so gut organisiert bekommen. :)

Dann wäre da noch die Frage aller Fragen? Wen oder was werde ich am meisten vermissen? Mm die Einen meinen dunkles Brot, die Anderen sagen, man wünscht sich stets ne saubere Dusche. Doch im tiefsten Herzen weiß ich es jetzt schon. Meinen liebes Hündchen 'Laila'. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass ich sie wiedersehen kann nach meiner Weltumrundung und dass sie weiterhin gesund und munter im Kreise der Familie ihr Hundeleben ausnießt. :)

So nun wird die Zeit langsam knapp... ich sage schonmal ahoi, hasta luego, adios und byebye. Ich hoffe ihr alle besucht hin und wieder meinen Blog und schreibt auch mal ein paar Zeilen. Ich freue mich natürlich, immer mal was vom fernen good old Germany und seinen Bewohnern zu hören. 




Und jetzt? Ab zum Flughafen… Es geht los!!! Wir lesen uns auf der Südhalbkugel!!!